1 April 2013 - 19:30

In Iran verlassen heute, am 13. Tag des neuen iranischen Sonnenjahres, alle Bürger nach einem alten Brauch ihre Häuser und verbringen diesen Tag im Kreise von Familie und Freunden gemeinsam in der Natur.

In Iran verlassen heute, am 13. Tag des neuen iranischen Sonnenjahres, alle Bürger nach einem alten Brauch ihre Häuser und verbringen diesen Tag im Kreise von Familie und Freunden gemeinsam in der Natur.  „Sizdah-be-dar“ so heißt dieser Tag, was meint: „der 13. vor der Tür“ oder „am 13. außer Haus“. In den letzten Jahren wurde dieser Tag im Kalender auch „Tag der Natur“ genannt, da man der zunehmenden Bedeutung des Schutzes der Natur Rechnung tragen wollte. Und diese Bezeichnung hat sicher auch ihre Berechtigung, da der Begegnung mit der Natur und ihren frisch zum Leben erwachten Schönheiten bei dem kollektiven Massenausflug der iranischen Bürger ins Grüne bestimmt keine nebensächliche Rolle zugemessen werden darf. Aber das, was den Leuten in erster Linie Beine macht, ist wohl auch in unserer modernen Zeit noch immer der alte Aberglaube, der unterschwellig mitschwingt, wenn vom Dreizehnten die Rede ist: daß einem nämlich an einem solchen Tag zuhause in den heimischen vier Wänden ein Unheil begegnen könnte! Für diesen besonderen Frühlingstag gibt es sehr viele alte Bräuche, die auch heute noch teilweise verbreitet sind und gepflegt werden. Zu diesen Bräuchen gehört u.a., dass man das „Grün“ (also die gekeimten Samen) von der Sofreh „Haft-Sin“ irgendwo in einen Wasserlauf in der Natur wirft. Dieser Brauch besagt, dass mit diesem Grün alles Schlechte und Unglück sozusagen aus dem Haus geworfen wird. Nach Möglichkeit bringen die Iraner auch den Goldfisch von ihrer Sofreh „Haft-Sin“ aus seinem engen Glasbehälter in ein freies Gewässer oder in ein größeres Wasserbecken. Insgesamt feiern die Iraner – ob groß oder klein – diesen Tag bei Spiel und Spaß und vielen Köstlichkeiten gemeinsam und nach Möglichkeit im großen Kreise, im Freien, in Parks und in Gärten, in Plantagen und überall in der freien Natur um ihre Städte und Orte herum.